im Schulsport

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Methodische Grundsätze nach Kosel
Für Kosel ist es wichtig, daß bei der Anwendung methodischer Prinzipien die Schülerinnen und Schüler
„sich oft an der Grenze ihrer Leistungsfähigkeit bewegen ... und lernen, sich situationsangemessen zu
verhalten“ (Kosel, 1992, S. 82). Um dieser Forderung nachzukommen ist es entscheidend, daß „im
Unterricht alle Möglichkeiten zur individuellen Dosierung genutzt werden“ (Kosel,1992' S. 82). Hierfür
sollten nach Kosel die folgenden acht Grundsätze immer beachtet werden:
1. Die Kinder bestimmen den Schwierigkeitsgrad selbst
Hierbei kommt es darauf an, daß die Kinder lernen, ihre Leistungsfähigkeit selbst einzuschätzen. Über- oder
Unterforderungen werden somit vermieden. Falls Kinder bei der Wahl des Schwierigkeitsgrades ein
unrealistisches Anspruchsniveau zeigen, werden sie individuell von der Lehrkraft beraten.
2. Alle Kinder aktivieren
Lange Wartezeiten sollen möglichst vermieden werden. Alle Schülerinnen und Schüler sollen die
Möglichkeiten bekommen, sich aktiv zu beteiligen.
3. Lange Übungsphasen gewähren.
Um Lernprozesse anzuregen, müssen die Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit bekommen, selbständig
zu üben. Die Kinder sollen Fehler machen dürfen, die sie dann selbst korrigieren, um in einem neuen
Versuch Verbesserungen anzustreben. Einmalige Bewegungsversuche führen oft zu Mißerfolgen.
4. Hilfen geben.
Die Schülerinnen und Schüler sollen lernen, sich Hilfen zu holen, wenn sie alleine die Aufgaben nicht
bewältigen können. Jedoch sollen sie zuerst alleine Bewegungsausführungen versuchen. Weiterhin soll die
Lehrkraft die Kinder nicht mit Hilfen „überhäufen“, sondern abwartend zur Seite stehen.
5. Korrekturen geben.
Im Bereich des Sports sollen Korrekturen eher zurückhaltend durchgeführt werden, denn Kinder können
durch positive und negative Erfahrungen selbständig ihre Bewegungen korrigieren. Wenn Kinder jedoch
grundsätzliche Fehler nicht selbst erkennen, soll die Lehrkraft helfend eingreifen.
6. In Gruppen arbeiten.
Partner- und Gruppenarbeit ist auch im Sportunterricht sehr wichtig. Die Kinder sollen lernen, einen Aufbau
zu organisieren sowie Hilfestellung zu leisten.
7. Individuelle Leistungsbewertung vornehmen.
Die Leistungen der Kinder sollen immer im Hinblick auf den individuellen Fortschritt vorgenommen
werden. Das bedeutet, daß Vergleiche, positiver und negativer Art, zu vorherigen Leistungen gezogen
werden.
8. Schüleranregungen aufgreifen.
Die Kinder müssen von ihren Lehrkräften als eigenständige Persönlichkeiten Ernst genommen werden. Das
heißt auch, daß Anregungen seitens der Schülerschaft berücksichtigt werden und ggf. umgesetzt werden
sollen. Die Lehrkraft sollte immer offen für neue Ideen sein (vgl. Kosel, 1992, S. 82ff).
Insgesamt wird durch diese methodischen Grundsätze deutlich, daß der Sportunterricht im Bereich der
Grundschule immer einen gewissen Grad an Offenheit besitzen sollte. Genaue Bewegungsvorschriften
sollten möglichst selten eingesetzt werden (vgl. Kosel l992, S. 83).



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